Campingplatz-Betreiber sieht es anders

Artikel der Volksstimme auf der sich der ungekürzte und unveränderte Leserbrief hier bezieht. Gerne hätte Geheimtipp-Redaktion den Zeitungsartikel verlinkt, er konnte aber online nicht gefunden werden. Falls jemand ihn findet, gerne Link über die Kommentarfunktion posten. Danke!
Leserbrief von Sebastian Heldt (Havelberg)
Die meisten Radfahrer, die unsere Stadt für eine kurze Rast oder eine Übernachtung ansteuern, freuen sich nicht auf einen Trinkbrunnen, sondern über ein kühles Radler oder eine Apfelschorle, den Platz im Café oder Restaurant und die herrliche Aussicht, die unsere Stadt mit ihrer Flusslage unter dem Domberg zu bieten hat.
Damit sollte jede vernünftige Diskussion über den Standort Touristinformation für die Erstellung eines Trinkbrunnens beendet sein, da es in unmittelbarer Nähe bereits ausreichend Angebote gibt. Auch ein Trinkbrunnen erzeugt laufend Folgekosten, sodass die Rückgabe von Fördergeldern durchaus im Sinne der Bürger sein kann. Beispielsweise wurde auch die „FlederSchmausWiese“ mit Fördergeldern finanziert und stellt zusätzliche Arbeit für den Bauhof dar, der bereits an der Belastungsgrenze arbeitet.
Statt kopflos Projekte nach momentan verfügbaren Fördergeldtöpfen zusammen zu flicken, durchdachtes Havelberger Konzept umsetzen
Ich war als Gast anwesend bei den vergangenen Stadtrat- und Ausschusssitzungen und kann nur den Hut ziehen vor dem unermüdlichen und unbezahlten Einsatz, den Stadtrat Schröder aufbringt, um sich gefühlt als einziger mit dem Thema auseinanderzusetzen, mit dem sich niemand gerne auseinandersetzt: Schulden. Wenn man, wie unsere Gemeinde, zu viele davon hat, kann man nicht frei über das wenige Geld verfügen, das übrig bleibt. Man kann kopflos Projekte zusammenstellen, für die es gerade zufällig Fördermittel gibt oder man kann sich an den bereits vorhandenen Konzepten zur Stadtentwicklung orientieren, diese an veränderte Rahmenbedingungen anpassen und verbessern.
Man könnte sogar anfangen zu sparen. Wenn man im Bereich Tourismus sparen will, muss die Frage erlaubt sein, ob es Sinn macht, die Touristinformation in der jetzigen Form weiterzubetreiben oder ob man Wege erarbeitet, das dort gebundene Personal und die eingebrachten Betriebskosten an anderer Stelle sinnvoller einzusetzen. Möglicherweise für die medizinische Versorgung oder die Kinder- und Jugendbetreuung, um nur zwei Beispiele zu nennen. Dafür braucht es persönlichen Einsatz von uns allen, erst recht in einer Welt, wo wir schon jetzt Fahrradbeauftragte und Hitzeaktionspläne mitfinanzieren müssen.
Über den Autor
Sebastian Heldt ist der Betreiber des Campingplatzes auf der Spülinsel. Ein Insider in Sachen Tourismus, da er jedes Jahr im Gespräch mit Tausenden Gästen der Stadt ist. Hier geht es zum Campingplatz: www.campinginsel-havelberg.de.

Der Havelberger Campingplatz ist sowohl bei Straßen- wie auch Wasserreisenden beliebt. Er befindet sich auf der Spülinsel, die über eine Fußgängerbrücke mit der Altstadtinsel verbunden ist. Fahrzeuge finden über die Bahnhofsstraße auf die Insel. Boote können im dazugehörigen Yachthafen anlegen.
Zum Trinkbrunnen und öffentlichen Geldern Havelberg:
Herr Heldt vom Campingplatz hat völlig recht: man muss das wenige Geld sinnvoll einsetzen zum Wohle aller Bürger. Und nicht einfach rausfeuern.
Bei dieser Gelegenheit:
nach wie vor gibt es keinen allgemeinen Einkaufsladen auf der Stadtinsel (der letzte wurde 2018 geschlossen; befand sich neben Restaurant „Romantica“ bzw. gegenüber Kirche St.Lautentius.
Auch so ein kleiner Tante-Emma-Laden würde Havelberg guttun. Nicht nur wegen der Touristen, sondern vor allem auch etwas älteren Mitbürgern. Habe dies schon mehrfach angesprochen (Stadtumfragen) – nie Antwort erhalten.
Auf alle Fälle stimmt alkes, was Herr Heldt geschrieben hat !
Jetzt fehlen nur noch Windräder zum Glück – ich hoffe, sie kommen nie ! Das wäre die größte Schande aller Zeiten fpr Havelberg und Umgebung !!!
Viele Grüße aus Kairo (Arbeitsplatz)
Frank Schönfelder (Havelberger seit 2017)
12. April 2024