Bürgermeister interessiert sich für Ansichten der Jugend
An sich eine gute Idee zu hören, wie Kinder und Jugendliche Havelberg sehen und was sie für Vorschläge haben. Aber daraus eine neue Bürokratie zu machen? Genau das schlug Bürgermeister Mathias Bölt in der Stadtratssitzung am 21.1.2025 vor und die Ausarbeitung der Satzung „Jugendbeirat“ (= lokales Gesetz) wurde an den Finanz- und Hauptausschuss überwiesen.
In der Diskussion vor der Abstimmung zeigten sich viele Meinungsverschiedenheiten bzw. kamen Fragen auf. Warum im Alter von 10-17 Jahren? Was ist, wenn jemand 18. Geburtstag hat? Wäre das Alter 12 nicht ein besseres Alter? Oh, dann sind die Grundschulen außen vor. Kinder sollen Demokratie erleben. Aber der Beirat soll nicht gewählt werden. Das wäre zu teuer. Bestimmen wir lieber alle Klassensprecher aller Schulen zum Beirat – ob sie nun wollen oder nicht. Ach, abends ins Rathaus kommen ist zu spät, na dann müssten wir unsere Sitzung in den Nachmittag legen. Ach, da nicht alle Stadträte im öffentlichen Dienst beschäftigt sind, würde das auch nicht gehen, denn die anderen müssen ja arbeiten.
Natürlich könnten für all diese Fragen Kompromisse gefunden werden. Aber weswegen wieder ein weiteres lokales Gesetz schaffen, welches neue Bürokratie mit sich bringt statt auf freiwilliger Basis Schüler und Schülerin ins Rathaus einzuladen oder selbst in die Schule zum Gedankenaustausch zu gehen? Das kann man jederzeit, ohne ein neues Gesetz machen zu müssen.
Der Termin zur Beratung der neuen Havelberger Satzung wurde vom Rathaus zum Redaktionsschluss noch nicht veröffentlicht. Kommt in einem Update hier, denn die Beratung wird öffentlich sein. Leider noch nicht per Videoaufzeichnung- oder Übertragung. Das Thema wird demnächst detaillierter aufgegriffen.
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